IT-Fitness: Urheberrechtsverletzungen sind kein Kavaliersdelikt

thumb_80x80_StephanHohmann„In einer Welt, die immer stärker durch digitale Technologien geprägt wird, ist digitale Kompetenz die entscheidende Voraussetzung für Bildung, beruflichen Erfolg und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ – so haben wir es in unserem „Memorandum für ein Digitales Wirtschaftswunder“ formuliert. Gleichzeitig mussten wir aber feststellen: „Bisher gelingt die Vermittlung digitaler Kompetenz jedoch nicht ausreichend.“ Insgesamt sind zwar fast 80 Prozent der Deutschen online, doch nur 37 Prozent können digitale Technologien auch wirklich souverän nutzen. Genau hier setzen wir mit unserer Initiative IT-Fitness an.

Mit IT-Fitness haben wir uns zum Ziel gesetzt, Nutzern jeder Altersgruppe Unterstützung im Umgang mit PC, Tablets und Smartphones zu bieten, damit sich jeder Einzelne souverän und sicher durchs Netz bewegen kann. Neben dem Herzstück der Initiative – einem Online-Test, über den jeder Anwender seinen individuellen IT-Fitness-Stand ermitteln kann – bieten wir im Rahmen unser IT-Fitness-Academy regelmäßige Lernmodule an, um jeden Internetnutzer in Sachen IT fit zu machen. Aktueller Themenschwerpunkt: Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte.

Urheberrechtsverletzungen beginnen im Kleinen

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz des Themas zeigen die Ergebnisse der „Studie zur digitalen Content-Nutzung“ des Bundesverbands Musikindustrie, der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberechtsverletzungen und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Demnach sieht fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) durch Urheberrechtsverletzungen negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und Steuereinnahmen, 36 Prozent befürchten Arbeitsplatzverluste in unserem Land und wiederum fast jeder Zweite (48 Prozent) ist der Meinung, dass Verletzungen des Urheberrechts unser gesellschaftliches Wertesystem schwächen. Urheberrechtsverletzungen sind somit kein Kavaliersdelikt – sie schaden dem Standort Deutschland, schwächen die Zukunft unseres Landes und gefährden damit das von uns allen anvisierte Digitale Wirtschaftswunder.

Aber: Wir allen können etwas dagegen unternehmen – mindestens in unserem eigenen Handeln. Denn es sind nicht nur die großen Delikte, die Schaden hervorrufen, zum Beispiel Musikplagiate oder Plagiate im wissenschaftlichen Umfeld. Auch im Alltag kommt es darauf an, sich bei Bildern, Texten oder Musik fremden Ursprungs bewusst zu machen, dass wir es mit Werken zu tun haben, die urheberrechtlich geschützt sind. Denn schnell bauen wir originelle Zitate in unsere digitalen Einladungskarten ein, unterlegen Bilderstrecken unseres letzten Urlaubs mit einem angesagten Song oder nutzen zufällig im Netz gefundene Bilder für eigene Zwecke – wie zum Beispiel die YouTuber von SceneTakeTV in diesem anschaulichen Video zeigen:

Urheber entscheidet über Verwendungszweck

Nur weil ein digitales Werk wie ein Bild oder ein Song im Internet frei zugänglich und verfügbar ist, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch frei verwendet werden darf. Denn auch hier gilt: Nur der Urheber des Werkes – also derjenige, der es erschaffen hat – darf entscheiden, was mit seinem Werk passiert und wofür es genutzt wird. Will jemand anderes das Werk verwenden, braucht er dafür die Erlaubnis des Urhebers und muss gegebenenfalls von ihm die Nutzungsrechte erwerben. Mit unserer aktuellen IT-Fitness-Academy wollen wir dabei helfen zu unterschieden, bis zu welchem Punkt es lediglich „schlechter Stil“ ist, fremde Inhalte zu nutzen, und ab wann wir tatsächlich gegen geltende Gesetze verstoßen.

Mehr zu IT-Fitness finden Sie auf unserem Politikportal.

Veröffentlicht von Stephan Hohmann, Leiter der Initiative IT-Fitness von Microsoft

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