Wirtschaftswunder beginnen in unseren Köpfen

Author: Klaus von Rottkay

Für eine bessere Zukunft setzen Menschen auf der ganzen Welt große Hoffnungen in digitale Technologien. Microsoft hat je tausend Menschen in zwölf Ländern dazu befragt, wie Internet und IT in Zukunft Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen werden. Grundsätzlich ist die Weltbevölkerung davon überzeugt, dass „digitale Technologien die Welt verbessern“. Die Menschen hegen hohe Erwartungen in Hinblick auf wirtschaftliche Entwicklung, Bildung, Lebensqualität, Mobilität, Beschäftigung und Gesundheitswesen. Allerdings zeigen sich die Bewohner der Schwellenländer deutlich optimistischer als die der Industriestaaten – vor allem, wenn es um die Innovationskraft von IT geht.

Zum Beispiel sehen mehr als 80 Prozent der Indonesier, Brasilianer und Inder digitale Technologien als Triebfeder für Innovationen, aber nur 60 Prozent der Deutschen. Das ist für mich geradezu paradox: Wir blicken staunend auf die rasante Entwicklung der Digitalwirtschaft im Silicon Valley und anderen Teilen der Welt. Gleichzeitig scheint die Tatsache, dass Mobile und Cloud-Technologien, Big Data und Social Communications die Basis für innovative Produkte, Services und Geschäftsmodelle sind, noch längst nicht in allen Köpfen angekommen zu sein – und löst sogar Ängste aus: 39 Prozent der Deutschen stehen der Digitalisierung skeptisch gegenüber. Diese Optimismus-Lücke müssen wir jetzt schließen, wenn wir ein digitales Wirtschaftswunder schaffen wollen. Das bedeutet nicht, dass wir vor realen und angenommenen Risiken die Augen verschließen. Wir müssen diese Risiken berücksichtigen, wenn wir darüber sprechen, WIE wir ein Digitales Wirtschaftswunder schaffen – sollten deshalb jedoch nicht infrage stellen, OB wir die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft zügig vorantreiben sollten.

Denn Pioniergeist und Aufbruchsstimmung haben bereits das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit angetrieben. Mutige Unternehmer schufen aus dem Nichts heraus erfolgreiche Unternehmen und neue Produkte und Dienstleistungen, die von den Menschen mit Offenheit und Neugier angenommen wurden. Das Lebensgefühl der Menschen in den 1950er Jahren war geprägt von Vertrauen und Zuversicht in die technische und wirtschaftliche Entwicklung.

Heute lassen wir uns vielfach von der Diskussion über mögliche Risiken lähmen, statt die digitale Transformation als Chance wahrzunehmen – und dabei auch etwas zu wagen. Der beliebteste Arbeitgeber für deutsche Studenten ist einer Studie von Ernst & Young zufolge der Staat. Ein Job bei Vater Staat verspricht vor allem Sicherheit. Karrierechancen, die Möglichkeit zum selbstständigen Arbeiten oder die Innovationskraft eines Unternehmens sind den Studierenden nicht so wichtig. Und nur wenige junge Menschen zieht es nach dem Abschluss in Technologiebranchen.

Das muss sich ändern, wenn das digitale Wirtschaftswunder gelingen soll. Wir brauchen eine Aufbruchsstimmung, die nicht nur von der IT-Industrie oder Wirtschaft ausgeht, sondern breite Teile der Gesellschaft erfasst und von der Politik vorgelebt wird. Es muss uns gelingen, die Menschen zu inspirieren und für eine bessere Zukunft zu begeistern. Denn genauso wie das erste Wirtschaftswunder beginnt auch das digitale Wirtschaftswunder in den Köpfen.

Was ist Ihre Meinung – stehen wir Deutschen den Chancen der Digitalisierung tatsächlich zu skeptisch gegenüber? Diskutieren Sie mit uns via Twitter unter #DigitalesWirtschaftswunder und verfolgen Sie die Debatte hier: www.microsoft.de/digitales-wirtschaftswunder

Veröffentlicht von Dr. Klaus von Rottkay, Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland

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