Das Erfolgsrezept des Silicon Valley

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Berlin ist weltweit viel beachteter Standort für Startups. Nach einer Studie von McKinsey & Company hat die deutsche Hauptstadt sogar beste Voraussetzungen, sich zur führenden Gründermetropole in Europa zu entwickeln. Vergleicht man allerdings die Erfolgsquoten der hiesigen Startups mit der Innovationsszene des Silicon Valleys, liegen die Deutschen weit zurück. Woran das liegen könnte und warum die erfolgreichsten Startups noch immer aus dem kalifornischen Tal kommen, das nur halb so groß wie das Ruhrgebiet ist, erläuterte der Journalist und Wirtschaftswissenschafter Christoph Keese bei einer Lesung aus seinem Buch „Silicon Valley“ im Februar bei Microsoft Berlin.

Laut Keese ist die Zauberformel des Silicon Valley relativ simpel zu benennen. Zu den üblicherweise hervorgehobenen Erfolgszutaten des Epizentrums der weltweiten Gründerszene gehören eine hohe Geschwindigkeit bei der Umsetzung und Markteinführung einer Idee bis hin zum enormen Wagniskapital, das zur Verfügung steht. Laut Keese sind es aber die disruptiven Innovationen, die im Silicon Valley hervorgebracht werden, die ganze Märkte komplett auf den Kopf stellen und etablierte Wettbewerber früher oder später ersetzen. Als Beispiel nennt der Executive Vice President von Axel Springer SE das Startup „Lending Club“, das mit seiner Idee, Kredite auf einer Plattform zur Verfügung zu stellen, den Daseinszweck von Banken infrage stellt.

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Startups in Deutschland seien nicht weniger innovativ als die Gründungen des Silicon Valley, meint Keese, aber disruptive Angriffe seien bisher ausschließlich aus den USA erfolgt. Dabei räumt er der hiesigen Gründerlandschaft große Chancen ein, denn das Silicon Valley sei inzwischen überhitzt und zu teuer. Angeheizt werden könnte die deutsche Gründerszene, wenn in Schulen Programmierunterricht eingeführt und Wagniskapitalfördergesetze verabschiedet würden. Zudem gebe es anders als in den USA kaum Gründervorbilder in Deutschland, und Universitäten ermutigen ihre Studenten nicht zur Selbständigkeit.

Eine interessante Sichtweise, die Microsoft Deutschland in seinen Förderprogrammen vielfach aufgreift. So vernetzen wir mit unserem Ventures Accelerator erfolgversprechende Startups schon in ihrer Frühphase mit möglichen Kapitalgebern, verschaffen ihnen Zugang zu Cloud-Technologien und coachen sie mit einem Mentorenteam, so dass sie ihre Ideen möglichst schnell marktfähig machen können.

Christoph Keese prophezeit Deutschland eine Gründerzeit. Gemeinsam mit Politik, Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft sollten wir alles tun, damit sie ein großer Erfolg für unseren Standort wird.

Veröffentlicht von Henrik Tesch, Direktor Politik und gesellschaftliches Engagement

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