Deutschland an der Schwelle zur Industrie 4.0

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Wirtschaftswachstum ist kein Selbstläufer. In einem schwierigen europäischen Umfeld trüben sich inzwischen auch die Aussichten für die bislang so robuste deutsche Wirtschaft ein. Alexander Dobrindt will vor diesem Hintergrund ein neues „digitales Wirtschaftswunder“ initiieren. „Die Frage, ob wir ein innovatives Wohlstandsland bleiben, hängt an der Digitalität wie an keinem anderen Thema“, erklärte der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur bei der Microsoft-Veranstaltung „Digitales Deutschland“ am 2. Dezember in Berlin. „Es geht hierbei um nichts weniger als den zukünftigen Wohlstand unseres Landes.“

Den Schlüssel für Wachstum und Arbeitsplätze verortet der Minister dabei in einer umfassenden Digitalisierung der Industrie. Die „Industrie 4.0“, also die intelligente Online-Vernetzung von Menschen, Maschinen, Objekten und IKT-Systemen, kann nach einer Studie der deutschen Akademie der Technikwissenschaften mittelfristig Produktivitätsreserven von geschätzten 30 Prozent heben. Stattliche 78 Milliarden Euro zusätzliche kumulierte Wertschöpfung bis 2025 hat jüngst das Fraunhofer-Institut in einer Studie für den Branchenverband BITKOM ermittelt – allein für die fünf Leitbranchen des verarbeitenden Gewerbes, die Landwirtschaft und die IKT-Branche. Die Schätzung deckt nur einen Teil der deutschen Wirtschaft ab und ist sehr konservativ angelegt – sie verschafft damit also allenfalls eine Ahnung von den enormen Chancen, die sich mit der vierten industriellen Revolution für den Standort D verbinden.

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Dr. Wolfram Weimer im Gespräch mit Bundesminister Alexander Dobrindt

Vielerorts steckt die „Industrie 4.0“ heute noch in den Kinderschuhen. Vor allem der Mittelstand hält sich bislang zurück. So gehen die Fraunhofer-Forscher auch davon aus, dass sich der Nutzen der Industrie 4.0-Technologien nicht sofort revolutionär entfalten wird, sondern die „Industrie in den nächsten Jahren nach und nach evolutionär verändern wird“. Nichtsdestotrotz haben die Vorreiter der Bewegung schon industrielle Anwendungen ins Werk gesetzt. Microsoft bietet bereits heute intelligente Analyse-Systeme an, die auf Basis von Big Data und Cloud-Modellen unternehmerische Entscheidungen optimieren helfen. Beispielsweise entwickelte Microsoft zusammen mit ThyssenKrupp und CGI die weltweit ersten intelligenten Aufzüge für das kürzlich eröffnete „One World Trade Center“ in Manhattan. Der Clou dabei: Dank der permanenten Analyse von Echtzeit-Informationen erkennen die ThyssenKrupp-Techniker etwaige Betriebsstörungen schon während des laufenden Fahrbetriebs – teure Stillstände werden so bereits vor einem tatsächlichen Lift-Ausfall verhindert.

Erste Erfolge der „Industrie 4.0“ sind damit sichtbar. Microsoft ist überzeugt, dass „Datability“ – also die intelligente Analyse und Nutzung bereits vorhandener Daten – reif für den Einsatz im Alltag der Unternehmen ist. Für einen Durchbruch in der Breite ist indes ein noch stärkerer Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik nötig. Im Rahmen des 8. IT-Gipfels hat die Bundesregierung mit der „Dialogplattform Industrie 4.0“ein neues Gremium hierfür geschaffen. Alexander Dobrindt verbindet mit dem engen Austausch aller gesellschaftlichen Akteure auf dem Microsoft-Podium auch einen Appell an die Wirtschaft: „Ich erwarte von der Industrie die Einsicht, dass es heute eben nicht mehr reicht, tolle Maschinen zu bauen – sondern dass sie mit digitalen Lösungen und der Veredelung von Daten zusätzliche Wertschöpfung am Standort Deutschland schafft.“

Veröffentlicht von Henrik Tesch, Direktor Politik und gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland

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