Wettbewerbsfähige IT-Gründer: Wie bringen wir deutsche Start-ups voran?

Author: Henrik TeschVor einem Monat fand in Berlin die deutsche Vorentscheidung des Imagine Cup statt, dem weltweit größten IT-Wettbewerb für Schüler und Studenten. Die jungen Gründer zeigten sich technikbegeistert, kreativ und hoch motiviert, und es war beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und welchem Können der deutsche IT-Nachwuchs sich aktuellen gesellschaftlichen Problemstellungen annimmt, um diese mit dem Einsatz neuster Technologien intelligent zu lösen. Man sollte daher meinen, dass der Gründerszene in Deutschland und damit natürlich auch der deutschen IT-Branche eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht.

Doch die Realität sieht anders aus: die Zahl der Neugründungen nähert sich in den letzten Jahren einem Tiefpunkt, den viele Experten auf die hierzulande fehlende „Gründungskultur“ zurückführen. Darüber hinaus klagen Investoren und Business Angels über fehlende steuerliche Anreize, um in risikobehaftete Start-ups zu investieren. Es drängt sich also die Frage auf, was uns im internationalen Vergleich noch fehlt, um mehr Erfolgsgeschichten in der Tradition des Silicon Valleys zu produzieren. Am 14. Mai diskutierten wir daher im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Digitales Deutschland“ mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft intensiv darüber, wie die hierfür notwendigen Maßnahmen aussehen könnten und welche Rolle vor allem Schulen und Universitäten dabei spielen sollten.

So wies der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Joachim Pfeiffer daraufhin, dass gerade an Schulen noch große Vorbehalte gegenüber Kooperationen mit Unternehmen existierten, die man nur durch intensive Aufklärungsarbeit abbauen könne. Seiner Meinung nach könnte man hier den Grundstein für eine nachhaltige „Gründermentalität“ und frühzeitiges unternehmerisches Denken in Deutschland legen. Die Politik sei in diesem Zusammenhang in der Pflicht, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und gerade die technische Infrastruktur weiter auszubauen, räumte Pfeiffer abschließend ein.

Stephan Brack, CEO und Gründer des erfolgreichen Start-ups protected-networks.com GmbH, forderte, dass sich vor allem in den Köpfen der Gesellschaft etwas ändern müsse. Der Anreiz, etwas „bewegen und verändern“ zu wollen, müsse zukünftig stärker sein als die „Angst zu scheitern“. Dies könne Brack zufolge nur gelingen, wenn jene positiven Effekte stärker an den Universitäten vermittelt würden.

Direkten Anschluss daran nahm Prof. Dr. Sven Ripsas, der an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin einen der führenden deutschen Entrepreneurship-Studiengänge leitet. Ripsas machte deutlich, dass für Unternehmensgründungen andere Formen von Finanzierung und Marketing gelehrt werden müssten, als dies in der klassischen BWL üblich sei. Diese Lücke versuche man innerhalb seines Fachbereiches zu schließen, um die Studenten bestmöglich auf die Selbstständigkeit vorzubereiten, so Ripsas weiter. Gleichzeitig bescheinigte er Berlin ein enormes technologisches Potenzial, welches mittlerweile führende IT-Experten aus dem Silicon Valley anziehe.

Peter Jaeger, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft und verantwortlich für Microsofts Gründerengagement, wies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Initiativen hin, mit denen das Unternehmen junge Unternehmer aktiv unterstütze. Anhand des BizSpark-Programmes oder der Dark Side Bakery in Berlin würden Start-ups beispielsweise mit Microsoft-Software ausgestattet, bekämen kostenlose Arbeitsräume zur Verfügung gestellt und könnten gleichzeitig vom globalen Unternehmensnetzwerk profitieren. Von der Politik wünschte sich Jäger Kontinuität in der Förderung von Start-ups und mehr Rechtssicherheit für Unternehmensgründungen.

Die angeregte Diskussion mit den Podiumsteilnehmern und unseren Gästen während und nach der Veranstaltung hat mir viel Spaß gemacht. Ich würde mich freuen, viele der zahlreichen Teilnehmer unserer Serie „Digitales Deutschland“ am 12. Juni bei der Abschlussveranstaltung wiederzusehen.

Veröffentlicht von Henrik Tesch, Leiter Politik und Gesellschaftliches Engagement, Microsoft Deutschland GmbH

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