Grenzenlose Sicherheit: Sind Infrastrukturen und Daten geschützt?

Author: Tanja BöhmDie Bedrohung durch Cyberattacken scheint in unserem digitalen Zeitalter allgegenwärtig. Schon der Verlust des Smartphones kann mittlerweile dazu führen, dass unsere Bankkonten, E-Mail-Postfächer oder sensible persönliche Dokumente ausgespäht, manipuliert oder gestohlen werden. Darüber hinaus warnen Sicherheitsexperten vermehrt davor, den Schutz kritischer Infrastrukturen etwa im Energie-, Verkehrs- oder Telekommunikationssektor nicht zu vernachlässigen, da ein Angriff auf das „IT-Rückgrat“ unserer Gesellschaft verheerende Folgen hätte. Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sind also dazu aufgerufen, neue Gefahrenabwehrmechanismen zu entwickeln und die Sicherheit unserer Kommunikationsnetze langfristig zu gewährleisten.

Aus diesem Anlass diskutierten wir am 19. März mit führenden Sicherheitsexperten im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Digitales Deutschland“ über die Frage, welche Szenarien zur Stärkung der Cybersicherheit in naher Zukunft realistisch sind und welche Rolle gerade die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure dabei spielen kann.

Der ehemalige NATO-General und Direktor der NATO-Agentur für Informationssysteme (NCSA) Ulrich Wolf sieht Unternehmen vor die zentrale Herausforderung gestellt, ihre Mitarbeiter umfangreich über notwendige IT-Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz aufzuklären. Dies könne seiner Meinung nach nur gelingen, wenn die Sensibilisierung für die Gefahren aus dem Netz schon an Schulen und Universitäten beginne. Für Wolf ist Cybersecurity daher ein „gesamtgesellschaftliches Thema“.

Welche Verantwortung die Politik trägt, machte Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Lehrstuhls für Sicherheit in der Informationstechnik an der TU-München und Direktorin der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit, deutlich. So müssten Gesetze und Regulierungen geschaffen werden, die den IT-Sicherheitsanforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden. Dabei sei es entscheidend, den Bürgern den Mehrwert dieser Maßnahmen deutlich zu machen und innerhalb unserer Gesellschaft eine „Sicherheitskultur“ zu etablieren.

Digitales Deutschland

Shelley McKinley, Leiterin des Bereichs Politik und Recht und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland, bezeichnete das Eingreifen des Staates zwar als hinreichend, aber „nicht ausreichend“. Es sei eine Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure erforderlich, um die Möglichkeit einer „regulierten Selbstregulierung“ zur Stärkung der IT-Sicherheit dauerhaft zu gewährleisten. In Deutschland herrsche bereits ein hohes Datenschutzniveau, so Shelley McKinley, allerdings haben wir es auf EU-Ebene derzeit mit 27 unterschiedlichen Regulierungssystemen und Auslegungen zu tun. Vor diesem Hintergrund sei die derzeit diskutierte EU-Datenschutzgrundverordnung aufgrund ihrer angestrebten Harmonisierung der europäischen Datenschutzregeln sehr zu begrüßen. Sie wies außerdem darauf hin, dass Microsoft mit seiner „Trustworthy Computing“-Initiative seit mehr als zehn Jahren schon bei der Entwicklung seiner Produkte der Sicherheit und dem Schutz der Kundendaten „oberste Priorität“ verleihe.

Verfasst von Tanja Böhm, Government Affairs Managerin, Microsoft Deutschland GmbH

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