Politikfrühstück: Wir müssen in Deutschland die Gründerbrille aufsetzen

Stephan JacquemotHightech-Gründer tragen zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandortes bei, sie schaffen die Wachstumsmärkte von morgen und tragen so maßgeblich zur Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze bei.

Am 20. September diskutierten wir beim gemeinsamen Frühstück zum Thema „IT-Gründer“ mit Referenten und Mitarbeitern aus Politik und Verwaltung intensiv darüber, warum Deutschland im internationalen Vergleich oft noch hinterherhinkt, welche Potenziale der mobile Markt für Gründer bereithält – und natürlich welche Maßnahmen notwendig sind, um in Deutschland eine Gründerkultur zu etablieren und zu fördern.

Die Gründerdynamik ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Nur im Jahr 2009 gab es einen leichten Aufwärtstrend, der mit der Neueinführung der Unternehmergesellschaft (auch Ein-Euro-GmbH genannt) zu begründen ist. Darin zeigt sich, dass durch gesetzliche Rahmen durchaus ein positiver Trend erreicht werden kann.

Das größte Hemmnis für junge Gründer ist aber nach wie vor die unzureichende Finanzierungsmöglichkeit durch Eigenkapital. In Deutschland ist ein Markt für Wagniskapital praktisch nicht existent. So standen in Deutschland im Jahr 2008 nur 0,06 Prozent des BIP als Risikokapital für Gründungen von High-Tech Firmen zur Verfügung. Während beispielsweise in den USA pro Kopf jährlich 100 Dollar in Wagniskapital investiert wird, liegt die Summe in der Eurozone bei knapp 5 Dollar. Spitzenreiter ist nach wie vor Israel mit 250 Dollar.

Probleme bereitet jungen Unternehmensgründern außerdem der Fachkräftemangel: An deutschen Unis werden zu wenig Studenten in den MINT-Fächern ausgebildet. Aber auch „weiche Faktoren“, wie z.B. die fehlende Vereinbarkeit von Familie mit Unternehmenstätigkeit, halten potenzielle Gründer zurück.

Neue Technologietrends wie der mobile Kommunikationsmarkt, aber auch Cloud Computing halten große Chancen für Start-Ups bereit. Nie waren die Hürden für eine erfolgreiche Unternehmensgründung niedriger als in Zeiten der Cloud: Start-Ups müssen keine aufwendige IT-Infrastruktur erwerben, sondern beziehen die nötigen Dienste individuell aus der Wolke und können sofort loslegen und z.B. innovative Apps programmieren. Der Markt für Anwendungen für mobile Endgeräte ist in der Vergangenheit rasant gewachsen – Tendenz steigend.

Microsoft unterstützt junge Unternehmer durch zahlreiche Programme wie BizSpark One oder BizSpark Plus: Start-Ups bekommen Microsoft-Software frei zur Verfügung gestellt und profitieren vom Microsoft-Netzwerk. Dabei haben sie vollkommen freie Hand, um ihre eigenen Lösungen voranzutreiben.

Um den Gründergeist auch in Deutschland zu wecken, müssen aber vor allem junge Menschen für Unternehmertum und MINT-Berufe begeistert werden. Microsoft hat dazu die Initiative „YouthSpark“ gestartet und ermöglicht in den nächsten Jahren 300 Millionen jungen Menschen einen besseren Zugang zu Bildung und Technologie.

Mein Fazit der Veranstaltung: die angeregte Diskussion hat gezeigt, dass es auch in der politischen Verwaltung ein wachsendes Bewusstsein dafür gibt, dass wir die Gründerbrille aufsetzen müssen, um eine entsprechende Gründerkultur zu etablieren. Nur so kann aus den Gründerlofts in Berlin von heute das werden, was früher in Garagen in den USA entstand: international erfolgreiche Unternehmen wie Microsoft oder Apple.

Stephan Jacquemot
Emerging Business Team Lead, Microsoft Deutschland GmbH

Ein Gedanke zu „Politikfrühstück: Wir müssen in Deutschland die Gründerbrille aufsetzen

  1. Was wollt Ihr mit dem Typen? Seit Jahren ist der überall in der Gründerszene unterwegs – wirklich hinbekommen hat er noch die was und außer Reden schwingen ist nichts dahinter. Niemand will mit dem was zu tun haben. Sobald etwas in Arbeit ausartet, geht der auf Tauchstation. Der Mann ist ein Schaumschläger.

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